Informationen für Paten

„Wir werden unsere Kleine taufen lassen. Wir können uns gut vorstellen, dass Du ihr Pate wirst. Was hältst du davon?“ Wer diese Frage hört, weiß: Jetzt braucht es eine Entscheidung, die gut zum Kind und zum eigenen Leben passt. Denn mit einem „Ja“ steht der Pate seinem Patenkind für mindestens 14 Jahre als vertrauensvoller Ansprechpartner zu Seite. Was tun?

  1. Voraussetzung für das Patenamt:
    Wer Mitglied der Evangelischen Kirche ist oder zu einer anderen christlichen Gemeinschaft gehört, mit der Zusammenarbeit möglich ist, kann Pate werden.

  2. Was wird vom Paten erwartet?
    a) Zunächst besorgen Sie sich einen Patenschein, falls Sie nicht am Ort der Tauffeier wohnen.
    b) Wenn möglich, nehmen Sie am Taufgespräch teil, welches der Pfarrer mit den Eltern des Kindes vor der Taufe führt.
    c) Machen Sie sich Gedanken über ein Geschenk für Ihr Patenkind.
    d) Seien Sie rechtzeitig (15 min. vorher) in der Kirche, um das Kind zur Taufe zu begleiten.

  3. Informieren Sie sich über den Sinn des Patenamtes:
    Spätestens in dem Augenblick, wo der Pfarrer oder die Pfarrerin im Gottesdienst die Frage stellt: "Wollt Ihr nach besten Kräften mithelfen, dass das Kind im christlichen Glauben erzogen wird?", bekommt manche einen Schreck. – „Was verspreche da? Ich soll bei der christlichen Erziehung helfen? Wie denn??“
    Es ist wichtig, darüber nachzudenken und sich zu informieren, wenn der Patendienst mehr als eine nebensächliche Gefälligkeit bei der Taufhandlung selbst sein soll.

  4. Wenn Sie Pate werden, übernehmen Sie ein hohes und wichtiges kirchliches Amt:
    a) Denn der Täufling ist bei seiner Taufe in der Regel noch viel zu jung, um seinen Glauben zu bekennen und seinen Willen zu bekunden, als Christ in und mit der Gemeinde der Gläubigen zu leben.
    b) Deshalb müssen Eltern und Paten die Verantwortung für ihn übernehmen und ihm helfen, später diese Glaubensentscheidung nachzuholen.

  5. Was können Paten (und Eltern) für ihr Kind tun?
    a) Lassen Sie das Kind lebenslang spüren, dass Sie es lieb haben (dazu gehört auch Grenzen zu setzen). Psychologen sagen, dass in den ersten Lebensjahren die Basis dafür entsteht, Liebe annehmen und ausdrücken zu können.
    b) Hören Sie nicht auf (oder: fangen Sie neu an!), für das Patenkind zu beten! Lernen Sie ganz neu das Beten!
    c) Versuchen Sie, für das Kind ein Vorbild im Glauben zu werden (d.h. leben Sie glaubwürdig). Das geht am Besten, indem Sie selbst nach einem neuen Zugang zum Glauben suchen. Wenn der Täufling an Ihnen ablesen kann, wie sich ein Christ im Leben verhält, hat er sehr viel gelernt.
    d) Wählen Sie bei den Geschenken nicht nur materielle Dinge aus, sondern überlegen Sie, was eine Hilfe im Glauben oder in der Entwicklung des Kindes sein könnte. Es gibt wunderschöne bunte Kinderbibeln, christliche Kinderbücher oder biblische Hörspiele auf Kassetten oder CD`s usw. Fast alles, was es auf dem normalen Markt gibt, gibt es inzwischen auch im christlichen Bereich. In Allendorf gibt es zur näheren Information eine christliche Buchhandlung.
    e) Wenn das Kind größer geworden ist und sich Gelegenheit bietet, gehen Sie auf seine Glaubensfragen, seine Suche nach Gott, seine Zweifel und Sorgen ein und versuchen Sie zu helfen.


Wenn Ihr Patenkind später einmal sagt: "Mein Pate hat mir gezeigt, wie und wo ich Gott finden kann", dann war der Patendienst nicht vergeblich.

Wissenswertes:

Genauso wie die Eltern versprechen auch die Patinnen und Paten bei der Taufe, das Kind auf seinem Weg zum Glauben zu begleiten und ihm, unterstützt von der Gemeinde, christliche Werte und Traditionen zu vermitteln. Sie fördern die religiöse Entwicklung des Patenkindes, indem sie es beispielsweise am Tauftag besuchen und von ihren christlichen Erfahrungen erzählen, wenn es sie daraufhin befragt. Für das Kind soll der Pate ein Gesprächspartner sein, der es während des Heranwachsens begleitet.
Zur Vorbereitung des Taufgottesdienstes ist es eine schöne Geste, wenn die künftigen Paten die Taufkerze schenken und selbst gestalten.

Übrigens:

Es gehört nicht zur Aufgabe eines Paten, die Erziehung des Kindes zu übernehmen, falls seinen Eltern etwas zustößt. Paten haben in diesem Fall keine Vormundschaftsaufgabe oder Betreuungsrechte.

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